Sal­zi­ge Meer­luft in der Nase, Son­ne auf der Haut, die Füße im Sand ver­gra­ben und das Rau­schen der Wel­len in den Ohren…
Und plötz­lich klin­gelt das längst ver­ges­se­ne Han­dy. Dran ist der Chef – trotz Urlaub.

Anru­fe wie die­ser sind im Urlaub jedoch kei­nes­wegs der Regel­fall und gene­rell ist der Arbeit­neh­mer auch nicht ver­pflich­tet, die­se anzu­neh­men. Haben Arbeit­neh­mer und Arbeit­ge­ber vor­ab kei­ne kla­re Ver­ein­ba­rung getrof­fen, gilt, dass der Urlaub vor allem der Erho­lung dient und dazu zählt eben auch das Abschal­ten des Mobil­te­le­fons.

Kri­sen­her­de wie die­sen gibt es vie­le bei der Urlaubs­pla­nung. So bedeu­tet der Beginn des neu­en Jah­res für vie­le nicht nur einen Hau­fen guter Vor­sät­ze, die über das Jahr ver­wirk­licht wer­den wol­len, son­dern auch die Pla­nung des Jah­res­ur­laubs. Die­ser soll­te so früh wie mög­lich in Angriff genom­men wer­den, denn häu­fig gibt es vor allem in grö­ße­ren Betrie­ben vie­le Über­schnei­dun­gen.

Wer bekommt Urlaub an den heiß begehr­ten und güns­tig gele­ge­nen Brü­cken­ta­gen? Wie stim­me ich mei­nen Urlaub mit den Feri­en mei­ner Kin­der ab? Und was, wenn mein Chef mei­nen Urlaubs­an­trag ablehnt?

Zumin­dest, was die letz­te die­ser Fra­gen betrifft, besteht für den Arbeit­neh­mer ein gesetz­lich abge­si­cher­ter Urlaubs­an­spruch. Der Arbeit­ge­ber kann den Urlaub zwar nicht kom­plett ver­weh­ren, er kann jedoch die Län­ge der frei genom­me­nen Tage bestim­men und den Zeit­punkt der Umset­zung des Urlau­bes. Beein­träch­tigt der Urlaubs­wunsch inner­be­trieb­li­che Arbeit oder besteht ein Kon­flikt mit dem Urlaub von Kol­le­gen, kann einem Antrag auf Urlaub auch wider­spro­chen wer­den.

Arbeit­neh­mer mit Kin­dern haben dar­über hin­aus Vor­rang bei der Urlaubs­pla­nung wäh­rend der Schul­fe­ri­en, da die­se durch die Schul­pflicht ihrer Kin­der in ihrer Urlaubs­pla­nung oft ein­ge­schränkt sind.

In der Pro­be­zeit besteht in der Regel zwar ein Urlaubs­an­spruch, jedoch kann der Arbeit­ge­ber die­sen ver­wei­gern. Dies ist zum Bei­spiel der Fall, wenn er der Ansicht ist, für die Beur­tei­lung der Arbeits­leis­tung die vol­le Pro­be­zeit zu benö­ti­gen.

Ein­mal geneh­mig­ter Urlaub bleibt im Übri­gen auch geneh­migt. Hier muss der Arbeit­ge­ber sich an sein Wort hal­ten, denn oft­mals sind die Flü­ge ins War­me schon gebucht und die frei­en Tage des Arbeit­neh­mers fest ver­plant.

Aus­ge­nom­men hier­von sind abso­lu­te Not­fäl­le, die ein Arbeit­ge­ber vor Gericht aber nach­wei­sen muss, soll­te es zu einem Rechts­streit kom­men.

Auch Urlaubs­ab­bruch kann nicht von dem Arbeit­neh­mer ver­langt wer­den, es sei denn die­ser wil­ligt ein­deu­tig ein. Soll­te sich der Arbeit­neh­mer auf­grund eines betrieb­li­chen Not­falls bereit erklä­ren, früh­zei­tig sei­nen Urlaub zu been­den, so hat der Arbeit­ge­ber sämt­li­che ent­ste­hen­den Kos­ten zu tra­gen. Der ver­pass­te Urlaub darf selbst­ver­ständ­lich nach­ge­holt wer­den oder die Tage wer­den aus­be­zahlt.

Ähn­lich ver­hält es sich bei Krank­heit im Urlaub. Wird ein Attest vor­ge­legt, darf der Urlaub, sofern er vom Arbeit­ge­ber erneut geneh­migt wird, zu einem spä­te­ren Zeit­punkt nach­ge­holt wer­den und ver­fällt nicht.

In der Pra­xis ver­läuft die Urlaubs­pla­nung aber kei­nes­falls so rei­bungs­los. Oft gibt es inner­be­trieb­lich vie­le Über­schnei­dun­gen. Beliebt ist vor allem der Urlaub an Brü­cken­ta­gen, um mög­lichst vie­le freie Tage zu erzie­len. Hier muss vor allem der Arbeit­ge­ber vie­le Kom­pro­miss­lö­sun­gen fin­den – zwi­schen betrieb­li­chen Anfor­de­run­gen und Ansprü­chen des Arbeit­neh­mers, aber auch unter Kol­le­gen. Denn Urlaub soll vor allem Urlaub sein und jeder sei­nen Urlaubs­wunsch wenigs­tens teil­wei­se umset­zen kön­nen, um neue Ener­gie zu tan­ken.