Musik wirkt nach außen und berührt das Inners­te. Sie macht uns lächelnd, rührt uns zu Trä­nen und kann uns zu Power ver­hel­fen. Sogar als the­ra­peu­ti­sche Kraft wird sie von Psy­cho­lo­gen und Medi­zi­nern ein­ge­setzt.

Musik prägt uns des­halb von Geburt an und erschafft dabei Bil­der. Nicht immer sind sie schön oder rich­tig. Vor allem, wenn als Musik­the­ma Men­schen mit Behin­de­rung gewählt wird. Vie­le Stars haben sich krea­tiv in die­se Rich­tung ein­ge­bracht und mit schö­nen Lie­dern die Welt begeis­tert. Eini­ge sind sehr gelun­gen. Unbe­wusst wur­den in man­chen Lied­tex­ten aber auch gesell­schaft­li­che Ein­stel­lun­gen mit kli­schee­haf­ten Bil­dern auf­ge­zeigt. Unbe­ab­sich­tigt wur­den damit Vor­ur­tei­le genährt, obwohl eigent­lich genau das Gegen­teil beab­sich­tigt war.

pror­o­ba stellt Euch heu­te einen Song vor, der sich mit dem The­ma Men­schen mit Behin­de­rung aus­ein­an­der­setzt.

Wie wirkt der Text auf Euch, wenn man ihn gezielt auf Kli­schees betrach­tet? Wir sind sehr gespannt auf Eure Blick­win­kel, Ana­ly­sen und Mei­nun­gen.


 

Mein Freund Rüdi / Pur
Writer(s): Hart­mut Eng­ler, Ingo Reidl

https://www.youtube.com/watch?v=ugEnOu24wqo

 

Mein Freund Rüdi Song­text, Pur; Writer(s): Hart­mut Eng­ler, Ingo Reidl

 

Er lebt in einer andern Welt,

es ist schwer, ihn zu ver­stehn.

Und daß er nicht wie ande­re ist,

das ist ihm wohl auch anzu­se­hen.

 

Schrei­ben und Lesen ist ihm fremd,

vie­les ver­gißt er, man­ches nicht,

z.B. Herz­lich­keit die nie,

oh nein, die trägt er stets in sich.

 

Und steht er vor den Boxen

Und groovt sich lang­sam ein

Und drückt sich an mein Ohr

Und flüs­tert nur ‘mein Freund’

dann denk’ ich, er muß was ganz Beson­de­res sein

 

Kei­ner rockt, wie er das tut.

Er hat den Groo­ve total im Blut.

Er muß da mit, er grinst vor Glück:

Mein Freund Rüdi lebt Musik.

 

Vor und zurück, er flippt und schwitzt

oft stun­den­lang, kennt jedes Lied.

Und wer den Tiger tan­zen sieht,

ver­gißt den Zufalls­un­ter­schied.

 

Lie­be Chao­ten, Kin­de­rei­en,

da ist was los in sei­nem Heim

arbei­tet er und fühlt und liebt,

ein klei­ner Schritt kann Gro­ßes sein.

 

Er drückt mich lieb und lang:

Bis bald dann im Kon­zert’.

Reich, schön, berühmt

ist plötz­lich nicht mehr so viel wert.

Das Leben muß was ganz Beson­de­res sein.

 

Kei­ner rockt, wie er das tut.

Er hat den Groo­ve total im Blut.

Er muß da mit, er grinst vor Glück:

Mein Freund Rüdi lebt Musik.