Ein selbst­be­stimm­tes und frei­es Leben ist für vie­le von uns selbst­ver­ständ­lich. Wir tref­fen Ent­schei­dun­gen, regeln unse­re Finan­zen und küm­mern uns um all­täg­li­che Fami­li­en­an­ge­le­gen­hei­ten. Doch was pas­siert, wenn wir dazu auf ein­mal nicht mehr in der Lage sind? Was, wenn wir durch einen Unfall oder per­sön­li­chen Schick­sals­schlag nicht mehr die Fähig­keit besit­zen unser eige­nes Leben zu gestal­ten?

Für sol­che Fäl­le gibt es eine gesetz­li­che Betreu­ung. Eine gesetz­li­che Betreu­ung kann auf vie­le ver­schie­de­ne Auf­ga­ben­be­rei­che ange­wen­det wer­den, je nach­dem, in wel­chem Lebens­be­reich Defi­zi­te für den Betrof­fe­nen exis­tie­ren. Grund­sätz­lich besteht die Pflicht des zuge­wie­se­nen Betreu­ers dann dar­in, Scha­den vom Betreu­ten abzu­wen­den.

So gibt es den Auf­ga­ben­be­reich der „Gesund­heits­sor­ge“, der den Betreu­er dazu befugt, sich um die gesund­heit­li­chen Belan­ge des Betreu­ten zu küm­mern. Dazu zäh­len bei­spiels­wei­se die Ein­wil­li­gung in eine Ope­ra­ti­on, die Ver­an­las­sung einer Kur oder Reha-Maß­nah­me, oder auch der Abschluss eines Ver­trags mit „Essen auf Rädern“.
Dabei sind die spe­zi­fi­schen Auf­ga­ben, die dem Betreu­er über­tra­gen wer­den, immer indi­vi­du­ell gere­gelt. Es ist durch­aus mög­lich, dass der Betreu­er ledig­lich für eine bestimm­te medi­zi­ni­sche Maß­nah­me ein­ge­setzt wird. Der Auf­ga­ben­kreis ist dem­entspre­chend also nur ein­ge­schränkt wirk­sam.

Für eini­ge Ent­schei­dun­gen, die die gesund­heit­li­chen Aspek­te des Betrof­fe­nen betref­fen, reicht der blo­ße Auf­ga­ben­kreis „Gesund­heits­sor­ge“ jedoch nicht aus. Dies ist zum Bei­spiel der Fall, wenn der Betrof­fe­ne in die Psych­ia­trie ein­ge­wie­sen wer­den soll. Hier ist neben den gesund­heit­li­chen Aspek­ten auch eine Frei­heits­ent­zie­hung inbe­grif­fen. Die­se kann jedoch nur wirk­sam voll­zo­gen wer­den, wenn dem Betreu­er der Auf­ga­ben­kreis „Auf­ent­halts­be­stim­mung“ zuge­wie­sen wur­de.

 

Text: P. Stei­ger­wald
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