Darm­stadt. Es wäre der Fami­lie wie ein zwei­ter Ver­lust vor­ge­kom­men, wenn Sohn Alex­an­der ins Pfle­ge­heim hät­te kom­men müs­sen. Dank eines vor dem Darm­städ­ter Gericht geschlos­se­nen Ver­glei­ches konn­te das am 20. März 2018 abge­wen­det wer­den. In ihrem per­sön­li­chen Fazit sah es die zustän­di­ge Rich­te­rin so, dass auch Wach­ko­ma-Pati­en­ten einen Anspruch auf Teil­ha­be am Leben in der Gesell­schaft durch das Per­sön­li­che Bud­get haben.

Pfle­ge­heim wegen Wach­ko­ma

Alex­an­der F. war 2012 in Thai­land im Urlaub ins Wach­ko­ma gefal­len. Nach der Inten­siv­be­hand­lung in Deutsch­land bean­trag­ten die Eltern als gesetz­li­che Betreu­er für ihren Sohn das Per­sön­li­che Bud­get, damit Alex­an­der mit eige­nen Assis­tenz­kräf­ten zu Hau­se ver­sorgt wer­den kann. Von Anfang an stell­te sich die BKK Freu­den­berg hin­ter das Vor­ha­ben und über­nahm auch Kos­ten. Nach­dem es Alex­an­der gesund­heit­lich bes­ser ging, soll­te der Sozi­al­hil­fe­trä­ger für die Kos­ten auf­kom­men. Doch die­ser stell­te sich quer und dräng­te dar­auf, dass Alex­an­der F. in einem Pfle­ge­heim unter­ge­bracht wer­den sol­le. Zum Glück über­nahm die BKK Freu­den­berg die anfal­len­den Kos­ten.
2014 ging der Fall in ein Ver­gleichs­ver­fah­ren am Darm­städ­ter Gericht. Als Bud­get­be­ra­ter und Fach­mann wur­de auch Ralf Mon­réal von pror­o­ba zur Anhö­rung gela­den. Nach lan­gen Ver­hand­lun­gen konn­te ein Kom­pro­miss gefun­den wer­den, damit Alex­an­der F. zu Hau­se wei­ter­hin auf Basis des Per­sön­li­chen Bud­gets ver­sorgt wer­den kann.

Vor­bild­li­che Unter­stü­zung

Die BKK Freu­den­berg hat sich von Anfang an vor­bild­lich gezeigt und sich für die För­de­rung der Selbst­be­stim­mung auch von Wach­ko­ma-Pati­en­ten ein­ge­setzt“, erläu­tert Ralf Mon­réal. „Auf Grund­la­ge des gefun­de­nen Ver­glei­ches kann Alex­an­der wei­ter so betreut und gepflegt wer­den, wie sei­ne Eltern es für ihren Sohn am bes­ten fin­den.“

 

Text: Frank Mül­ler
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