In den letz­ten Tagen hat eine unse­rer Stel­len­an­zei­gen auf Face­book eine Dis­kus­si­on aus­ge­löst. Eine unse­rer Man­dan­tin­nen sucht aktu­ell aus­drück­lich nach Assis­ten­tin­nen. Aber darf sie das eigent­lich? Müss­te laut Gleich­stel­lungs­ge­setz nicht auch nach männ­li­chen Pfle­ge­kräf­ten gesucht wer­den?
Die­ser Bei­trag soll ein wenig Licht ins Dun­kel brin­gen und dar­über auf­klä­ren, wann das Gleich­stel­lungs­ge­setz greift und wo sei­ne Gren­zen lie­gen.

Hier­für muss zuerst die Fra­ge geklärt wer­den, was das Gleich­stel­lungs­ge­setz eigent­lich besagt. Der soge­nann­te arbeits­recht­li­che Gleich­be­hand­lungs­grund­satz sagt aus, dass der Arbeit­ge­ber bei begüns­ti­gen­den Maß­nah­men, wie zum Bei­spiel der Ver­ga­be einer Stel­le, gegen­über sei­nen Arbeit­neh­mern kei­nen ein­zel­nen Arbeit­neh­mer aus will­kür­li­chen Grün­den schlech­ter als ande­re, mit ihm ver­gleich­ba­re Arbeit­neh­mer behan­deln darf.

Zen­tral für unse­re Fra­ge ist nun § 8 Absatz 1 des all­ge­mei­nen Gleich­be­hand­lungs­ge­set­zes (AGG):

(1) Eine unter­schied­li­che Behand­lung wegen eines in § 1 genann­ten Grun­des ist zuläs­sig, wenn die­ser Grund wegen der Art der aus­zu­üben­den Tätig­keit oder der Bedin­gun­gen ihrer Aus­übung eine wesent­li­che und ent­schei­den­de beruf­li­che Anfor­de­rung dar­stellt, sofern der Zweck recht­mä­ßig und die Anfor­de­rung ange­mes­sen ist.

 

Wie § 8 zeigt, ist die Schlech­ter­stel­lung von Beschäf­tig­ten oder Bewer­bern auf eine Stel­le wegen ihres Geschlechts zwar im All­ge­mei­nen, aber nicht aus­nahms­los, unzu­läs­sig und gesetz­lich ver­bo­ten. Viel­mehr wird in eini­gen Fäl­len eine Schlech­ter­stel­lung wegen des Geschlechts zuge­las­sen. Es wer­den vier Bedin­gun­gen gestellt, die erfüllt sein müs­sen, damit eine Schlech­ter­stel­lung zuläs­sig ist. Eine Schlech­ter­stel­lung ist nur dann zuläs­sig, wenn das Geschlecht wegen der Art der aus­zu­üben­den Tätig­keit oder der Bedin­gun­gen ihrer Aus­übung eine wesent­li­che und ent­schei­den­de beruf­li­che Anfor­de­rung dar­stellt, sofern der Zweck recht­mä­ßig und die Anfor­de­rung ange­mes­sen ist.

Nach genaue­rem Betrach­ten des Gleich­stel­lungs­ge­set­zes lässt sich sagen, dass es recht­lich nicht ver­bo­ten ist, aus­drück­lich nach weib­li­chen Assis­tenz­kräf­ten zu suchen. Im Fall unse­rer Man­dan­tin soll die Pfle­ge­kraft auch bei der Kör­per­pfle­ge behilf­lich sein. Die­se Tätig­keit erfor­dert, dass die Pfle­ge­kraft weib­lich ist, da es für das Wohl­be­fin­den unse­rer Man­dan­tin von zen­tra­ler Bedeu­tung ist, und erfüllt alle in § 8 genann­ten Bedin­gun­gen für eine Schlech­ter­stel­lung von männ­li­chen Bewer­bern.

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