Ein selbst­be­stimm­tes und frei­es Leben ist für vie­le von uns selbst­ver­ständ­lich. Wir tref­fen Ent­schei­dun­gen, regeln unse­re Finan­zen und küm­mern uns um all­täg­li­che Fami­li­en­an­ge­le­gen­hei­ten. Doch was pas­siert, wenn wir dazu auf ein­mal nicht mehr in der Lage sind? Was, wenn wir durch einen Unfall oder per­sön­li­chen Schick­sals­schlag nicht mehr die Fähig­keit besit­zen unser eige­nes Leben zu gestal­ten?

Für sol­che Fäl­le gibt es eine gesetz­li­che Betreu­ung. Eine gesetz­li­che Betreu­ung kann auf vie­le ver­schie­de­ne Auf­ga­ben­be­rei­che ange­wen­det wer­den, je nach­dem, in wel­chem Lebens­be­reich Defi­zi­te für den Betrof­fe­nen exis­tie­ren. Grund­sätz­lich besteht die Pflicht des zuge­wie­se­nen Betreu­ers dann dar­in, Scha­den vom Betreu­ten abzu­wen­den.

Ent­schei­dung über Post und Fern­mel­de­ver­kehr

Die per­sön­li­che Post ist eine Ange­le­gen­heit, die nor­ma­ler­wei­se nur uns selbst betrifft. Sie ist an uns adres­siert und beinhal­tet häu­fig ver­trau­li­che Infor­ma­tio­nen.
Wenn wir jedoch nicht mehr in der Lage sind, unse­re Post zu beant­wor­ten, kön­nen wesent­li­che Rechts­gü­ter erheb­lich beein­träch­tigt oder gefähr­det wer­den. Das ist vor allem dann der Fall, wenn der Betrof­fe­ne nicht mehr in der Lage ist, sei­ne finan­zi­el­len Ange­le­gen­hei­ten zu klä­ren.

Auch hier kann dann auf die Hil­fe eines gesetz­li­chen Betreu­ers zurück­ge­grif­fen wer­den, der sich um den Auf­ga­ben­kreis „Rege­lung des Post- und Fern­ver­kehrs“ des Betreu­ten küm­mert.
Gera­de weil die eige­ne Post ver­trau­lich ist, besitzt die­ser Auf­ga­ben­kreis jedoch eine Son­der­stel­lung und eine ander­wei­ti­ge Ver­fü­gung darf nur gericht­lich ange­ord­net wer­den.
Wei­ter­hin gilt die­ser Auf­ga­ben­kreis kei­nes­falls unein­ge­schränkt für die gesam­te Post, son­dern ledig­lich für sol­che, die für das Erfül­len sei­ner Auf­ga­ben rele­vant ist.

Rein pri­va­te Post darf von dem Betreu­er ledig­lich zurück­ge­hal­ten wer­den, wenn die­se nega­ti­ve Zustän­de bei dem Betrof­fe­nen aus­löst, die gesund­heits­ge­fähr­dend sein könn­ten. Die­se Kon­trol­le muss aber in jedem Fal­le rich­ter­lich begrün­det wer­den.