Kin­der kön­nen durch eine ange­bo­re­ne Behin­de­rung, Kom­pli­ka­tio­nen bei der Geburt oder früh auf­tre­ten­de Krank­hei­ten pfle­ge­be­dürf­tig wer­den. Rund 80.000 Kin­der und Jugend­li­che unter 15 Jah­ren sind in Deutsch­land betrof­fen. Die gesetz­li­chen Grund­la­gen unter­schei­den sich nicht von denen, die auch für Erwach­se­ne gel­ten. Den­noch gibt es Punk­te, die bei Kin­dern anders sind. Der Grund dafür liegt auch dar­in, dass im gesetz­li­chen Sin­ne eine Pfle­ge­be­dürf­tig­keit erst dann vor­liegt, wenn die täg­li­che Pfle­ge deut­lich mehr Zeit in Anspruch nimmt. Die­se ent­steht zum Bei­spiel, wenn regel­mä­ßi­ge Ter­mi­ne beim Arzt oder The­ra­peu­ten not­wen­dig sind. Auch The­ra­pie­maß­nah­men in den eige­nen vier Wän­den wer­den berück­sich­tigt.

In den ers­ten Lebens­jah­ren ist es aber oft nicht fest­stell­bar, dass die Ver­sor­gung eines Kin­des mit Behin­de­rung zeit­lich und emo­tio­nal über die eines gesun­den Kin­des hin­aus­geht. Denn Kin­der ent­wi­ckeln ihre Fähig­kei­ten und ihre Selbst­stän­dig­keit nach und nach. Bestimm­te Fähig­kei­ten sind daher erst ab einem gewis­sen Alter zu erwar­ten. Ist ein Kind unselbst­stän­dig,  bedeu­te­te das im Sin­ne des Pfle­ge­ver­si­che­rungs­ge­set­zes nicht auto­ma­tisch, dass eine Pfle­ge­be­dürf­tig­keit vor­liegt. Daher wer­den Kin­der bei der Zuord­nung zu einem Pfle­ge­grad mit einem gleich­alt­ri­gen gesun­den Kind ver­gli­chen. Erst ab dem elf­ten Geburts­tag gel­ten bei der Begut­ach­tung die­sel­ben Regeln wie bei Erwach­se­nen.

Damit häu­fi­ge und belas­ten­de Begut­ach­tun­gen für die Fami­li­en in den ers­ten Lebens­mo­na­ten ver­mie­den wer­den, gibt es eine Beson­der­heit bei Kin­dern bis zu 18 Mona­ten. Per Gesetz wer­den sie einen Pfle­ge­grad höher ein­ge­stuft, als sie auf­grund ihrer in der Begut­ach­tung erreich­ten Punk­te sonst errei­chen wür­den.